Ob ausgeleierte Sportschuhe, ein löchriges Shirt oder alte Bettwäsche, beim Aussortieren stellt sich schnell die Frage nach der richtigen Entsorgung. Gut erhaltene Kleidung lässt sich verkaufen, spenden oder weitergeben. Saubere, beschädigte Textilien können teilweise noch recycelt werden, stark verschmutzte oder nasse Stoffe gehören dagegen immer noch in den Restmüll. Wer zwischen tragbaren Altkleidern, verwertbaren Textilien und nicht mehr nutzbaren Abfällen unterscheidet, unterstützt eine möglichst sinnvolle Weiterverwendung oder Wiederverwertung.
- Was bedeutet die Getrenntsammlungspflicht für Verbraucher?
- Wohin mit alten Textilien?
- Wie entsorgt man Kleidung richtig, die noch tragbar ist?
- Welche Textilien gehören in den Altkleidercontainer?
- Wohin mit kaputter Kleidung?
- Welche Textilien können in den Restmüll?
- Wohin mit stark verschmutzten Textilien?
- Wohin mit alten Schuhen?
- Wohin mit Bettwäsche, Handtüchern und Haushaltswäsche?
- Wie kann ich einen alten Teppich entsorgen?
- Was sollte ich auf den Recyclinghof bringen?
- Wann ist Spenden, Verkaufen oder Weitergeben sinnvoller als Entsorgen?
- Textilien entsorgen: Was ist in Zukunft vorgesehen?
- Diese Fehler sollten Sie bei der Entsorgung von Textilien vermeiden
- Fazit
- Textilien entsorgen: Häufig gestellte Fragen
- Quellen
Alles auf einen Blick:
- Seit dem 1. Januar 2025 müssen Alttextilien in Deutschland getrennt gesammelt werden.
- Der richtige Entsorgungsweg hängt in erster Linie vom Zustand der Textilien ab.
- Altkleidercontainer sind vor allem für saubere und trockene Stücke gedacht.
- Nicht mehr verwertbare Textilabfälle können je nach kommunaler Regelung weiterhin in den Restmüll gehören.
- Bei größeren Mengen, Spezialmaterialien oder Unsicherheiten ist der Wertstoffhof die richtige Anlaufstelle.
- Second-Hand-Märkte, Online-Verkaufsstellen oder Spendensammlungen sind eine gute Alternative für Altkleider.
Was bedeutet die Getrenntsammlungspflicht für Verbraucher?
Für Verbraucher bedeutet die Getrenntsammlungspflicht, die seit 1. Januar 2025 besteht, dass Alttextilien möglichst nicht mehr pauschal im Restmüll landen sollen. Gut erhaltene Kleidung gehört weiterhin in die Altkleidersammlung oder kann verkauft, gespendet und weitergegeben werden. Auch zerschlissene, aber saubere Textilien sollen getrennt gesammelt werden, sofern die Kommune dafür eine passende Möglichkeit anbietet. Fehlt vor Ort allerdings eine solche Sammlung, dürfen nicht mehr tragbare Textilien weiterhin über den Restmüll entsorgt werden.

Was ändert sich für mich als Verbraucher?
Für Sie als Verbraucher ändert sich dadurch im Alltag zunächst wenig. Die Altkleidercontainer, die Altkleidersammlung und Annahmestellen auf Wertstoffhöfen zählen bereits zur getrennten Sammlung. Die neue Regel bedeutet allerdings nicht, dass ab sofort jede kaputte oder stark verschmutzte Kleidung in den Altkleidercontainer gehört. Entscheidend bleibt, ob Textilien sauber, trocken und verwertbar sind und sich damit zur Wiederverwendung eignen. Langfristig sollen auch kaputte und zerschlissene Textilien besser getrennt erfasst und recycelt werden können, zum Beispiel Malervlies, Dämmstoffe oder Putzlappen. Zum Stand Juni 2026 fehlen dafür jedoch noch flächendeckende Recyclingkapazitäten.
Ist die Regelung zur Textilentsorgung allgemeingültig?
Die Getrenntsammlungspflicht gilt bundesweit, doch die konkrete Umsetzung regeln die Kommunen vor Ort. Was in einer Stadt gilt, kann im Nachbarlandkreis abweichen. Manche Entsorgungsträger haben spezielle Container für zerschlissene Textilien eingerichtet, andere verweisen stark beschädigte Kleidung weiterhin an die Restmülltonne. Informieren Sie sich daher immer beim lokalen Abfallwirtschaftsbetrieb, ob und welche zusätzlichen Sammelsysteme in Ihrer Gemeinde bestehen. Standorte kommunaler Altkleidercontainer finden Sie über Online-Portale.
Wohin mit alten Textilien?
Entscheidend ist, ob ein Stück noch getragen, anderweitig genutzt, wiederverwendet oder nur noch als Textilabfall behandelt werden kann. Wer also alte Textilien entsorgen möchte, sollte sie zunächst grob sortieren. Vieles lässt sich auch noch verkaufen, nicht zuletzt deshalb, weil von den 60 Kleidungsstücken im Jahr, die ein Deutscher im Durchschnitt kauft, immerhin jedes fünfte kaum oder sogar gar nicht getragen wird. [1]Für diese Kleidung gibt es zum einen Online-Marktplätze, zum anderen Second-Hand-Läden oder entsprechende Märkte in den Stadtvierteln. Bei direkter Abgabe an soziale Einrichtungen lohnt sich ein kurzer Blick auf den aktuellen Bedarf. Viele Kleiderkammern benötigen nicht immer alle Größen und Kleidungsarten. Besonders gefragt sind häufig gut erhaltene Alltagskleidung, wetterfeste Jacken, Kindersachen oder robuste Schuhe.
Wohin mit Unterwäsche und Socken?
Saubere, noch tragbare Unterwäsche und Socken können in den Altkleidercontainer gegeben werden. Stark verschlissene oder verformte Stücke gehören in die Restmülltonne, da sie weder weitergetragen noch sinnvoll recycelt werden können.
Wie viele Textilien werden pro Jahr weggeschmissen?
Betrachtet man ganz Europa, dann sieht man, dass pro Person und Jahr durchschnittlich rund 11 Kilogramm Textilien entsorgt werden, eine Folge der sogenannten Fast Fashion. Weltweit landet jede Sekunde eine Lkw-Ladung Kleidung und anderer Textilien wie Schuhe oder Handtücher auf Deponien oder wird verbrannt. Gleichzeitig hat sich die globale Textilproduktion zwischen 2000 und 2015 nahezu verdoppelt und es ist davon auszugehen, dass die Zahlen hier weiter steigen. [2] Damit wachsen auch der Rohstoffbedarf, der Wasser- und Energieverbrauch sowie die Belastung für das Klima. Umso wichtiger ist es, Textilien nicht nur nachhaltiger und mit zunehmender Qualität zu produzieren und sie länger zu nutzen, sondern sie auch besser zu verwerten.
Wie entsorgt man Kleidung richtig, die noch tragbar ist?
Noch tragbare Kleidung entsorgen Sie richtig, indem Sie sie sauber, trocken und gut verpackt zur Wiederverwendung abgeben. Leeren Sie vorher alle Taschen, entfernen Sie persönliche Gegenstände und legen Sie die Textilien in einen verschlossenen Beutel. Schuhe sollten Sie paarweise zusammenbinden, damit sie bei der Sortierung nicht getrennt werden. Auch Gürtel, Taschen oder Mützen können Sie meist mit abgeben, sofern der jeweilige Altkleidercontainer oder die Annahmestelle diese Stücke akzeptiert.
Welche Textilien gehören in den Altkleidercontainer?
- Bekleidung aller Art
- Schuhe
- Accessoires wie Gürtel, Handtaschen, Hüte, Mützen und Handschuhe
- Heimtextilien wie Bettwäsche, Handtücher, Tischdecken, Vorhänge und Gardinen
- Kuscheltiere und Plüschtiere, wenn sie sauber und gut erhalten sind und außerdem keine Elektronik enthalten
- Decken und Wolldecken in verwendbarem Zustand
Textilien im Altkleidercontainer entsorgen: Worauf muss ich achten?
In den Altkleidercontainer gehören Textilien, die hygienisch einwandfrei sind. Wichtig ist, dass sie trocken verpackt werden, damit sie während der Lagerung und beim Transport nicht schimmeln. Zum einen ist es immer möglich, dass sich jemand nicht an die Regeln hält, und sehr schmutzige, stockende oder gar schimmlige Kleidung eingeworfen hat, zum anderen kann Regenwasser in den Container laufen.

Welche Kleidung gehört nicht in den Altkleidercontainer?
- stark verschmutzte Kleidung mit Ölflecken, Farb- oder Lösungsmittelrückständen
- schimmelige Kleidungsstücke
- nasse oder feuchte Textilien
- Lumpen, Schnittreste und Stoffreste, die aufgrund ihrer geringen Größe nicht mehr sinnvoll verwertbar sind
- Teppiche
- Stofftapeten
- Regenschirme
- Koffer/Körbe
- Bettdecken-Innenteile mit Kunststofffüllung
Was passiert mit Textilien nach der Abgabe in der Altkleidersammlung?
Nach der Abgabe werden Alttextilien zunächst sortiert. Gut erhaltene Kleidungsstücke werden als Second-Hand-Ware weiterverwendet, während weniger gut erhaltene Textilien je nach Material und Zustand in andere Verwertungswege gehen. Daraus können zum Beispiel Putzlappen, Dämmmaterialien oder Fasern für neue Produkte entstehen. Nicht verwertbare Reste werden aussortiert und fachgerecht entsorgt.
Wohin mit kaputter Kleidung?
Ein einzelnes kleines Loch, ein defekter Reißverschluss oder eine offene Naht machen ein Kleidungsstück nicht automatisch zu Abfall. Solche Stücke können oft repariert, weitergegeben oder je nach Sammelvorgabe noch in die Altkleidersammlung gegeben werden. Anders sieht es bei völlig zerstörter Kleidung aus. Stark zerfetzte, stark ausgeleierte oder nicht mehr sortierfähige Textilien haben meist keinen sinnvollen Verwertungswert mehr. In diesem Fall sollten Sie sich an die örtlichen Vorgaben halten. Viele Kommunen sehen für solche Textilabfälle weiterhin den Restmüll vor, solange keine gesonderte Sammlung dafür angeboten wird. Der Weg zum Wertstoffhof ist sinnvoll, wenn Sie unsicher sind oder größere Mengen kaputter Kleidung auf einmal entsorgen möchten. Dort können die Mitarbeitenden einschätzen, ob eine getrennte Erfassung möglich ist oder ob die Stücke als Restabfall behandelt werden müssen.
Welche Kleidung wird recycelt?
Recycelbar sind vor allem saubere, möglichst sortenreine Textilien aus Naturfasern wie Baumwolle oder aus synthetischen Monomaterialien. Mischgewebe, Beschichtungen und stark verschmutzte Textilien sind deutlich schwieriger oder nicht für das Recycling geeignet.
Welche Textilien können in den Restmüll?
- völlig zerstörte, nicht mehr sortierbare Textilien ohne Verwertungswert
- hygienisch problematische, stark verschmutzte Kleidung ohne gefährliche Anhaftungen (z. B. mit Lebensmittelresten oder Körpergeruch)
- Textilien, die so nass oder schimmelig sind, dass eine Verwertung ausgeschlossen ist
- Stoffreste und Schnittabfälle unterhalb einer sinnvoll verwertbaren Größe
Wohin mit stark verschmutzten Textilien?
Textilien mit gefährlichen Rückständen wie Motoröl, Farb- oder Lösungsmitteln dürfen Sie weder in den Altkleidercontainer noch in die Restmülltonne werfen. Diese verunreinigten Stoffe zählen als Problemabfall und müssen über die Schadstoffsammlung des örtlichen Entsorgungsträgers abgegeben werden. Für einfach schmutzige, aber ungiftige Kleidung, beispielsweise mit Lebensmittelflecken oder starkem Körpergeruch, gilt die Restmülltonne als der richtige Entsorgungsort, sofern bei Ihnen keine gesonderte Sammlung angeboten wird.
Wohin mit alten Schuhen?
Noch tragbare Schuhe in gutem Zustand gehören gut verpackt in den Altkleidercontainer. Alternativ nehmen Kleiderkammern, Second-Hand-Läden und soziale Einrichtungen des Deutschen Roten Kreuzes, der Caritas oder der Diakonie gut erhaltene Schuhe auch oft als Spende an.
Was mache ich mit kaputten Schuhen?
Stark beschädigte Schuhe, die nicht mehr tragbar sind, gehören in der Regel in den Restmüll. Aufgrund ihrer unterschiedlichen und fest miteinander verbundenen Materialien lassen sie sich häufig nicht sinnvoll recyceln. Einige kommunale Wertstoffhöfe bieten jedoch eine gesonderte Annahme für alte oder kaputte Schuhe an. Informieren Sie sich deshalb vor der Entsorgung bei Ihrem örtlichen Abfallbetrieb. In Altkleidercontainer gehören ausschließlich saubere, trockene und noch tragbare Schuhe, die paarweise zusammengebunden sind.
Wohin mit Bettwäsche, Handtüchern und Haushaltswäsche?
Gut erhaltene Heimtextilien wie Bettlaken, Bettbezüge, Handtücher, Tischwäsche, Vorhänge und Decken kommen in den Altkleidercontainer oder auf den Wertstoffhof. Ein extra Waschen vor der Abgabe ist nicht nötig, solange die Wäsche sauber und trocken ist. Für Kissen und Bettdecken mit Füllung gilt eine Sonderregel: Die textile Hülle lässt sich in den Altkleidercontainer geben. Das Füllmaterial – ob Schaumstoff, Kunstfaser oder Federn – gehört auf den Wertstoffhof oder zum Sperrmüll. Natürliche Daunen und Federn aus unbehandelten Produkten können im Einzelfall kompostiert werden. Fragen Sie im Zweifel beim lokalen Entsorgungsbetrieb nach. Bei stark falsch befüllten oder mit Heimtextilien überfüllten Tonnen kann die Leerung je nach örtlichem Entsorger verweigert werden, Kommunen können zudem Bußgelder dafür vorsehen. [4] Die genaue Handhabung hängt vom lokalen Entsorgungsbetrieb und dem kommunalen Satzungsrecht ab. Bringen Sie solche Posten also am besten direkt zum nächsten Recyclinghof.
Wie kann ich einen alten Teppich entsorgen?
- Sperrmüll
- Recyclinghof
- Spenden oder Verschenken
- Rückgabe beim Kauf eines neuen Teppichs
- Teppichreparatur und -reinigung
Sperrmüll
Große Teppiche gehören zum Sperrmüll und können in den meisten Städten und Gemeinden bequem online oder telefonisch zur Abholung angemeldet werden. Rollen oder falten Sie den Teppich dafür am besten gut zusammen und schnüren ihn fest, damit er sich mühelos verladen lässt.
Recyclinghof
Sie können den Teppich auch selbst zum örtlichen Wertstoff- oder Recyclinghof bringen, wo er meist als brennbarer Sperrmüll eingestuft wird. Für Privatpersonen ist die Abgabe dort in der Regel kostenlos oder gegen eine sehr geringe Gebühr möglich.
Spenden oder Verschenken
Gut erhaltene Teppiche finden auf Plattformen schnell Selbstabholer oder lassen sich an Sozialkaufhäuser spenden. Auch Tierheime freuen sich häufig über alte Teppiche und Läufer, da sie diese ideal als warme Unterlagen nutzen können.
Rückgabe beim Kauf eines neuen Teppichs
Viele Möbelhäuser und Händler bieten einen Mitnahmeservice an: Wenn Sie einen neuen Teppich kaufen und liefern lassen, nehmen sie den alten Teppich oft direkt mit. Die fachgerechte Entsorgung liegt dann beim Händler.
Teppichreparatur und -reinigung
Spezialisierte Fachbetriebe können abgetretene Kanten neu umketteln, Fransen nachknüpfen oder Löcher reparieren. Bei kleineren Brandlöchern oder offenen Nähten reicht meist schon etwas Teppichkleber, passendes Garn und ein wenig DIY-Einsatz aus. Gerade bei besonders teuren Exemplaren sollten Sie in Betracht ziehen, den Teppich waschen zu lassen. Fachgeschäfte kümmern sich darum, zum Beispiel einen Perserteppich zu reinigen und ihn wieder fast wie neu aussehen zu lassen.
Was sollte ich auf den Recyclinghof bringen?
- größere Mengen an Altkleidern und anderen Textilien, die nicht in den Container passen
- kaputte oder stark beschädigte Schuhe und Textilien, für die lokal kein Container vorgesehen ist
- Spezialschuhe oder Textilien mit besonderen Materialien, bei denen Sie sich unsicher sind.
- Textilien mit gefährlichen Anhaftungen wie Lösungsmittel
- große Teppiche
- Bettinlays
Die Abgabe von Alttextilien und Schuhen ist in der Regel auf den kommunalen Wertstoffhöfen meistens gebührenfrei. Im Normalfall finden Sie dort auch einen ganz normalen Altkleidercontainer, in dem sie kleinere Mengen entsorgen können, zum Beispiel dann, wenn der Altkleidercontainer bei Ihnen vor Ort überfüllt ist.
Wann ist Spenden, Verkaufen oder Weitergeben sinnvoller als Entsorgen?
Kleiderspenden an gemeinnützige Einrichtungen, Verkaufen oder direktes Weitergeben von Altkleidern ist immer dann sinnvoller als Entsorgen, wenn Kleidung noch tragbar, sauber und vollständig ist. Dazu gehören zum Beispiel Jacken, Hosen, Pullover, Kinderkleidung, Schuhe oder Accessoires, die keine größeren Schäden haben und ohne großen Aufwand weitergenutzt werden können. Gerade hochwertige, kaum getragene oder saisonal gefragte Kleidungsstücke wie warme Winterjacken sind oft zu schade für den Altkleidercontainer, weil sie über Second-Hand-Plattformen, Kleiderkammern oder den privaten Tausch oft direkt neue Besitzer finden. Wichtig ist, dass nur solche Kleidungsstücke gespendet oder verkauft werden, die Sie auch selbst noch tragen oder einer befreundeten Person guten Gewissens geben würden. Stark abgetragene, muffige oder beschädigte Textilien helfen sozialen Einrichtungen meist nicht weiter, sondern verursachen dort zusätzlichen Sortieraufwand und verschmutzen, wenn es ganz ungünstig kommt, andere Kleidungsstücke, die noch gut verwertbar gewesen wären.
Übrigens: Fremde Augen blicken neutral auf den Kleiderschrank. Während man selbst an jedem Stück Erinnerungen und Gefühle festmacht, hilft eine zweite Person dabei, den tatsächlichen Nutzen objektiv einzuschätzen und dabei zu entscheiden, ob man die Textilien entsorgen, behalten oder weitergeben sollte.
Textilien entsorgen: Was ist in Zukunft vorgesehen?
Die Europäische Union will Hersteller künftig stärker an den Kosten für Altkleider und andere Textilien beteiligen. Grundlage dafür ist eine Änderung der europäischen Abfallrahmenrichtlinie, die seit dem 16. Oktober 2025 gilt. Vorgesehen ist dort eine sogenannte erweiterte Herstellerverantwortung. Das bedeutet, dass Textilhersteller nicht nur für die Produktion und den Verkauf ihrer Waren verantwortlich sind. Sie sollen künftig auch die Sammlung, Sortierung und Verwertung ausgedienter Textilien mitfinanzieren. Deutschland muss diese europäischen Vorgaben bis zum 17. Juni 2027 in nationales Recht umsetzen. [5]
Welche aktuellen Forschungsprogramme und Initiativen beschäftigen sich mit Textilrecycling?
- Zirkuläre Textilien: Diese Fördermaßnahme des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt unterstützt Projekte, die Textilien besser im Kreislauf halten und Recycling in der Praxis voranbringen.
- CirTex/DATIpilot: Ein Projekt der Technischen Hochschule Augsburg, das sich der Vision einer textilen Kreislaufwirtschaft widmet.
- DITF-Projekte – Cyclotexum: Erarbeitung eines technologischen und ökonomischen Datenpools, auf dessen Basis neue Geschäftsmodelle für hochwertige Rezyklatprodukte entstehen.
- wear2wear: Europäische Industriepartnerschaft, die alte Textilien in neue, wieder recycelbare Funktionskleidung zurückführt.
- ALADIN: Unter der Koordination der Deutschen Institute für Textil- und Faserforschung Denkendorf (DITF) erarbeiten und integrieren die Projektpartner Möglichkeiten für einen Kreislauf in der Textilproduktion.
- SiWerTEX: Im Forschungsprojekt SiWerTEX entwickeln Wissenschaftler der Hochschule Niederrhein und der Technischen Universität Braunschweig ein Verfahren, mit dem sich aus alten Polyestertextilien sowohl die chemischen Grundbausteine des Kunststoffs als auch wertvolle Zusatzstoffe zurückgewinnen lassen.
Diese Forschungsarbeiten und Initiativen sind entscheidend, um Textilrecycling technisch weiterzuentwickeln, wirtschaftlich tragfähig zu machen und bislang schwer verwertbare Materialien in den Kreislauf zurückzuführen. Neben den genannten Programmen gibt es zahlreiche weitere Projekte und Kooperationen, die an neuen Sortierverfahren, Recyclingtechnologien und zirkulären Geschäftsmodellen arbeiten.
Diese Fehler sollten Sie bei der Entsorgung von Textilien vermeiden
- nasse oder feuchte Textilien in den Container werfen: Die Feuchtigkeit überträgt sich auf die Nachbarstücke und es bilden sich Stock- und Schimmelflecken in den Fasern. Betroffene Kleidung lässt sich nicht mehr verwerten. Geben Sie deshalb nur trockene Ware ab.
- Spenden neben den Container stellen: Säcke, die außen stehen, werden bei Regen nass und landen in der Restmüllentsorgung. Ist der Container voll, dann am Recyclinghof oder in einer Kleidersammelstelle abgeben.
- Lumpen und Stoffreste einwerfen: Vollständig zerstörte Stoffe erhöhen die Sortierkosten ohne die Möglichkeit, sie zu recyceln. Sie gehören in die Restmülltonne.
- Alttextilien zum Sperrmüll geben: Kleidung, Schuhe und Heimtextilien gehören nicht zum Sperrmüll, der ausschließlich für sperrige Möbel bestimmt ist.
- unseriöse Sammelcontainer verwenden: Container ohne Absenderadresse oder Telefonnummer meiden, die gesammelten Textilien fließen dort oft in undurchsichtige Verwertungsketten dubioser Organisationen.
- Spezialschuhe in den Altkleidercontainer werfen: Gummistiefel, Schlittschuhe oder Schuhe mit LED-Beleuchtung gehören auf den Wertstoffhof.
Fazit
Seit 2025 ist die getrennte Sammlung von Textilien durch das Kreislaufwirtschaftsgesetz klarer geregelt, dennoch hängt die richtige Entsorgung weiterhin von den Angeboten der jeweiligen Kommune ab. Gut erhaltene Altkleider und saubere Heimtextilien können meist über Altkleidercontainer oder Wertstoffhöfe abgegeben werden. Stark verschmutzte, nasse oder vollständig zerstörte Stücke gehören dagegen in der Regel weiterhin in den Restmüll. Noch tragbare Kleidung sollte möglichst gar nicht erst im Entsorgungssystem landen, sondern über Kleiderkammern, Sozialkaufhäuser, Second-Hand-Plattformen oder das private Umfeld weitergegeben werden. Achten Sie bei Altkleidercontainern außerdem auf einen klar erkennbaren Betreiber und nachvollziehbare Kontaktdaten. So erhöhen Sie die Chance, dass Ihre Textilien tatsächlich weiterverwendet oder sinnvoll verwertet werden.
Textilien entsorgen: Häufig gestellte Fragen
Wie erkenne ich einen seriösen Altkleidercontainer?
Achten Sie auf Siegel und Betreiber, denn seriöse Sammler sind an ihrer deutschen Adresse, einer Festnetznummer und Zertifizierungen wie dem BVSE-Qualitätssiegel, dem DZI-Spendensiegel oder dem Fairwertungs-Logo zu erkennen. Auch das Logo der kommunalen Abfallbehörde bürgt für einen verantwortungsvollen Umgang mit den Spenden.
Warum werden manchmal Altkleidercontainer nicht mehr abgeholt?
Altkleidercontainer werden manchmal seltener abgeholt, wenn Standorte überfüllt sind, die Sortierung zu teuer wird oder zu viele nasse, verschmutzte und unbrauchbare Textilien eingeworfen werden. Auch sinkende Erlöse können dazu führen, dass Betreiber einzelne Container abbauen oder weniger häufig leeren. Stellen Sie Säcke mit Alttextilien trotzdem nie neben volle Container, sondern nutzen Sie einen anderen Standort oder den Wertstoffhof.
Dürfen Textilien mit Tierhaaren in den Altkleidercontainer?
Textilien mit wenigen Tierhaaren sind in der Regel kein Problem, wenn sie ansonsten sauber, trocken und tragbar sind. Stark behaarte, verschmutzte oder unangenehm riechende Stücke sollten Sie jedoch nicht in den Altkleidercontainer geben, da sie andere Kleidung verunreinigen können. Bürsten oder waschen Sie die Textilien vor der Abgabe, wenn sie weitergetragen werden sollen. Ist das nicht mehr möglich, gelten die örtlichen Entsorgungsregeln.
Was mache ich mit Vereinskleidung, Schulkleidung oder Arbeitskleidung mit Logo?
Geben Sie Kleidung mit Logo nicht ungeprüft weiter, wenn dadurch ein Unternehmen, eine Schule oder ein Verein erkennbar vertreten wird. Fragen Sie bei Arbeitskleidung zunächst den Arbeitgeber, ob er eine Rückgabe oder gesonderte Entsorgung vorsieht. Bei Vereins- oder Schulkleidung kann es sinnvoll sein, sie intern weiterzugeben, wenn sie noch tragbar ist. Soll niemand das Logo weiterverwenden, entfernen Sie es vorher oder machen Sie es unkenntlich.
Quellen
[1] „Umweltschutz und Kreislaufwirtschaft“. Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, www.bmz.de/de/themen/textilwirtschaft/umweltschutz-und-kreislaufwirtschaft-215190. Zugegriffen 3. August 2026.
[2] „Fragen und Antworten zur EU-Strategie für nachhaltige und kreislauffähige Textilien“. Europa.eu, ec.europa.eu/commission/presscorner/api/files/document/print/de/qanda_22_2015/QANDA_22_2015_DE.pdf. Zugegriffen 3. August 2026.
[3] „Fast Fashion versus grüne Mode: Fragen und Antworten“. Greenpeace.de, Greenpeace, 24. Februar 2014, www.greenpeace.de/engagieren/nachhaltiger-leben/fast-fashion-versus-gruene-mode. Zugegriffen 3. August 2026.
[4] „Wie wird das Gesetz kontrolliert?“ BMUKN, www.bundesumweltministerium.de/faq/wie-wird-das-gesetz-kontrolliert. Zugegriffen 3. August 2026.
[5] „FAQ ‚Getrennte Sammlung von Textilabfällen‘“. Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit, www.bundesumweltministerium.de/themen/nachhaltigkeit/konsum-und-produkte/produktbereiche/mode-und-textilien/faq-getrennte-sammlung-von-textilabfaellen. Zugegriffen 3. August 2026.