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Transport & Umzug

Umzugsunternehmen Kosten: Was kostet ein Umzugsunternehmen?

Simone Blaß
Verfasst von Simone Blaß
Zuletzt aktualisiert: 01. Juli 2025
Lesedauer: 20 Minuten
© AndreyPopov / istockphoto.com

Ein Umzug bedeutet für viele Menschen einen bedeutenden Schritt, sei es in eine neue Stadt, eine größere Wohnung oder einfach in ein anderes Lebenskapitel. Doch mit der Vorfreude kommt oft auch die Herausforderung: Wie organisiert man den Umzug am besten? Schnell stellt sich die Frage, ob sich die Beauftragung eines professionellen Umzugsunternehmens lohnt. Viele schrecken zunächst vor den vermeintlich hohen Kosten zurück. Dabei hängt der Preis von verschiedenen Faktoren ab, unter anderem von der Entfernung zwischen den Wohnorten, dem Umfang des Hausrats und den gewünschten Zusatzleistungen wie Möbelmontage oder Verpackungsservice. Wer sich rechtzeitig informiert und plant, kann nicht nur Stress vermeiden, sondern den Umzug effizient und sorgenfrei gestalten.

Alles auf einen Blick:

  • Professionelle Umzugsunternehmen bieten zusätzlich zum Transport Ihrer Möbel zahlreiche Zusatzdienstleistungen wie Verpackung, Möbelmontage oder Versicherungen an.
  • Die Kosten variieren stark: Umzugsvolumen, Entfernung, Stockwerk, Serviceumfang und Zusatzleistungen beeinflussen den Preis.
  • Mit Eigenleistung haben Sie die Möglichkeit, Ihre Kosten zu reduzieren.
  • Full-Service-Umzüge bieten maximalen Komfort, sind aber erheblich teurer als Basisumzüge.

Welche Vorteile bietet ein professionelles Umzugsunternehmen gegenüber einem Privat-Umzug?

Anders als bei einem selbstorganisierten Umzug mit Ihren Freunden oder Ihrer Familie, bei dem Sie sich einen Transporter leihen oder mieten, sorgen Profis für einen planbaren Ablauf, rechtliche Sicherheit und eine fachgerechte Durchführung. Somit ersparen Sie sich mit der Beauftragung einer Firma nicht nur die körperliche Arbeit, sondern reduzieren für sich auch den damit oftmals einhergehenden Stress, den Koordinationsaufwand und Zeitverluste. Gerade beruflich oder privat sehr eingespannte Personen, die keine Urlaubstage für das Packen und Tragen nutzen möchten, sparen am Ende bares Geld, wenn der Umzug schnell und fehlerfrei erledigt wird. Gleiches gilt, wenn man gesundheitlich nicht so fit ist, zum Beispiel unter Rückenschmerzen leidet oder schwanger ist und ein selbstdurchgeführter Umzug eine zu große körperliche Belastung wäre.

GUT ZU WISSEN:
Umzugsunternehmen bieten Versicherungsschutz. Bei Privatumzügen haften Freunde und Familie im Schadensfall oft gar nicht oder nur eingeschränkt.

Welche typischen Probleme können bei einem Privatumzug auftreten?

  • fehlende Transportmittel
  • kurzfristige Absagen von Helfern
  • Schäden an Möbeln durch unzureichende Verpackung
  • Verletzungen durch fehlende Routine beim Tragen schwerer Gegenstände
  • keine Erfahrung im Aufbau von Möbeln

Wenn Sie keine Erfahrung mit großen Möbelstücken oder empfindlichem Hausrat haben, sollten Sie zumindest für den Transport auf Profis setzen. Lassen Sie sich am besten mehrere Angebote über die Kosten für den Möbeltransport machen und vergleichen Sie diese gut. Eine detaillierte Leistungsübersicht sollte Bestandteil jedes Umzugsangebots sein. So vermeiden Sie Überraschungen bei der Abrechnung.



Basisleistungspaket: Welche Dienstleistungen sind bei einem Umzugsunternehmen inklusive?

BasisleistungenZusatzleistungen
Transport des Hausrats im firmeneigenen LKWEin- und Auspackservice
fachgerechtes Verladen und EntladenMöbelmontage und -demontage
Einsatz von Tragegurten, Decken und SicherungsmaterialKüchenab- und aufbau inklusive Wasser- und Elektroanschlüssen
Versicherung nach § 451 HGB (Grundhaftung, die Schäden bis zu einer Höhe von pauschal 620 Euro pro Kubikmeter Laderaum beinhaltet) Bereitstellung und Lieferung von Verpackungsmaterial
Fahrtkosten (inklusive Kraftstoff und Fahrer)Zwischenlagerung des Umzugsguts
Halteverbot beantragen
Endreinigung der alten Wohnung
zusätzliche Transportversicherung
SCHON GEWUSST?
In vielen Städten sind Halteverbotszonen notwendig. Diese müssen in der Regel 7 bis 14 Tage im Voraus beantragt werden, was ebenfalls Zusatzkosten verursacht.

Welche Faktoren bestimmen die Umzugskosten? 

  • Volumen und Gewicht des Umzugsguts
  • Transportdistanz (lokal, national oder international)
  • Wohnlage und Zugänglichkeit (Etage, Aufzug, Trageweg)
  • Anzahl der benötigten Helfer
  • Zusatzleistungen (Packservice oder Möbellift)
  • Terminwahl (Wochenende, Ferienzeiten)

Übersicht: Was kosten die einzelnen Dienstleistungen?

KostenfaktorPreisspanne
Transport inklusive Ein- und Ausladen15 bis 25 Euro pro Kubikmeter
Entfernungskilometer1 bis 2 Euro
An- und Abfahrt des LKWs (pauschal)75 bis 200 Euro
Umzugshelferstudentische Umzugshelfer: bis 20 Euro/Stunde professionelle Umzugshelfer: bis 40 Euro/Stunde
Halteverbotszone65 bis 250 Euro
Verpackungsmaterial100 bis 400 Euro
Demontage und Montage (zum Beispiel Möbel oder Küchen)25 bis 650 Euro
Ein- und Auspack-Service75 bis 200 Euro
Entrümpelung/Entsorgungab 15 Euro pro Quadratmeter

Welche Faktoren treiben den Preis deutlich nach oben?

  • Neben der Entfernung wirken sich eventuelle Übernachtungskosten für Personal, Rückfahrtorganisation, Zwischenlagerung und LKW-Maut besonders auf Fernumzüge aus. Auch verkehrsbedingte Verzögerungen müssen unter Umständen einkalkuliert werden.
  • Ein Umzug aus dem vierten Stock ohne Aufzug erfordert mehr Personal, längere Tragezeiten und gegebenenfalls einen Möbellift. Gleiches gilt für Altbauten mit engen Treppen oder für Innenstadtlagen mit Parkplatzmangel.
  • Kurzfristige Umzüge verhindern den Verlgeich der Umzugsangebote, weil nicht alle Firmen über ein freies Kontingent verfügen.
  • Umzüge mit Klavier, Tresor oder antiken Möbeln verursachen nicht nur höhere Transportkosten, sondern benötigen auch spezielle Sicherheitsmaßnahmen.

Wie lässt sich ein Umzug kostensparend gestalten?

Umziehen ist nicht nur mit viel körperlichem Einsatz verbunden, sondern kann auch finanziell stark belasten. Ganz unabhängig davon, ob Sie ihn selbst organisieren, ihre Möbel eigenhändig ab- und wieder aufbauen oder ein professionelles Umzugsunternehmen beauftragen. Immerhin sind zahlreiche Aufgaben zu erledigen: In der alten Wohnung fallen oft Schönheitsreparaturen an, während am neuen Wohnort die Anmeldung bei Behörden sowie die Ummeldung des Festnetzes und die Einrichtung eines Nachsendeantrags anstehen. Wer sich vor dem Umzug die Zeit nimmt, genau zu planen, welche Aufgaben selbst übernommen werden können und wofür professionelle Hilfe sinnvoll ist, kann bares Geld sparen. In ganz Deutschland gibt es eine Vielzahl von Umzugsfirmen und Speditionen mit unterschiedlichstem Leistungsumfang, vom günstigen Standardumzug bis hin zum umfangreichen Full-Service-Angebot. Letzterer umfasst nicht nur den Transport, sondern auch das Verpacken des Umzugsguts, Malerarbeiten, Endreinigung und vieles mehr. Das ist ideal für alle, die sich möglichst wenig selbst kümmern möchten.

Ein Mann kniet in einer modernen Küche und montiert eigenständig ein Möbelstück aus Holzplatten. Um ihn herum stehen geöffnete Umzugskartons und Verpackungsmaterial.
Wenn Sie einen Teil der Möbel selbst aufbauen, können Sie viel Geld sparen © monkeybusinessimages / istockphoto.com

Doch Vorsicht: Neben den offensichtlichen Kosten beim Umziehen, zum Beispiel für Umzugswagen, Arbeitskräfte oder Verpackungsmaterial, gibt es auch zahlreiche versteckte Ausgaben. Dazu gehören beispielsweise Ummeldegebühren, die Mietkaution, Kosten für ein temporäres Halteverbot oder Renovierungsarbeiten in der alten und neuen Wohnung. Die Preisgestaltung der Umzugsunternehmen variiert stark: Während manche Firmen Verpackungsmaterial kostenlos zur Verfügung stellen, berechnen andere dafür zusätzliche Gebühren. Auch die Anfahrt kann extra kosten, je nach Anbieter. Deshalb lohnt es sich, verschiedene Angebote sorgfältig zu vergleichen. Einige Firmen arbeiten mit Festpreisen, andere rechnen nach Stunden ab. Am besten kalkulieren Sie alle Umzugskosten schriftlich, um den Überblick zu behalten und böse Überraschungen zu vermeiden. Mit einer durchdachten Planung lässt sich ein Umzug deutlich stressfreier und oft auch kostengünstiger gestalten.

Wie viel kostet ein lokaler Umzug durchschnittlich?

Die Kosten für einen lokalen Umzug innerhalb derselben Stadt oder Region variieren je nach Umfang und gewünschten Leistungen. Im Durchschnitt können Sie mit folgenden Preisen rechnen:

  • 1-Zimmer-Wohnung: 300 bis 700 Euro
  • 2-Zimmer-Wohnung: 400 bis 1.000 Euro
  • 3-Zimmer-Wohnung: 600 bis 1.500 Euro
  • 4-Zimmer-Wohnung oder mehr: ab 1.100 Euro aufwärts
  • Umzüge aus oder in Häuser können teurer sein: bis zu 4.000 Euro

Diese Preise gelten für Entfernungen von bis zu 50 Kilometern und beinhalten in der Regel den Transport sowie das Tragen der Möbel durch zwei bis drei Umzugshelfer. Zusatzleistungen wie Verpackungsservice, Möbelmontage oder Halteverbotszonen kosten extra. Wer Kosten sparen möchte, kann zum Beispiel selbst packen oder Freunde zur Hilfe organisieren. Ein detaillierter Kostenvoranschlag vom Umzugsunternehmen schafft Klarheit, vor allem dann, wenn man zum Beispiel die Kosten für einen Klaviertransport miteinbeziehen möchte. 

Mit unserem Umzugsvolumenrechner können Sie eine erste Vorstellung darüber gewinnen, welchen Umfang Ihr Umzugsgut hat:

Volumen des Umzugsgut berechnen: Wie viel Kubikmeter werden benötigt?

Was kostet ein Fernumzug über 300 Kilometer?

Fernumzüge sind deutlich komplexer als lokale Transporte, weil allein die Fahrtzeit und der Planungsaufwand erheblich höher sind. Meist werden Fernumzüge pauschal kalkuliert, weil die genaue Stundenabrechnung unpraktisch wäre, da es zu Staus oder anderen Verzögerungen kommen kann. Die Preisspanne liegt hier zwischen 800 und 4.000 Euro.

UNSER TIPP:
Wenn Sie entsprechend flexibel sind, besteht die Möglichkeit, durch Sammeltransporte (Beiladungen) bei Fernumzügen zu sparen.

Bei den folgenden Beispielen startet der Umzug jeweils in der Prenzlauer Allee in Berlin und endet in der Lister Meile in Hannover. Für die benötigten Kubikmeter nutzen wir die Formel Wohnfläche mal 40 Prozent.

Beispiel 1-Zimmer-Wohnung

Der Umzug bezieht sich auf einen 40-Quadratmeter-Singlehaushalt mit leichtem Hausrat: ein Bett, ein Schreibtisch, ein kleiner Kleiderschrank sowie mehrere Umzugskartons. Der Transport erfolgt mit einem Sprinter und zwei Helfern. Weil kaum Montagearbeiten anfallen und die Möbel überschaubar sind, bleibt der Aufwand gering.

KostenfaktorenKosten
Transport inklusive Ein- und Ausladen
(16 Kubikmeter x 20 Euro)
320 Euro
Umzugshelfer120 Euro
Entfernungskilometer300 Euro
Halteverbotszone in Hannover87 Euro
Halteverbotszone in Berlin75 Euro
An- und Abfahrt des LKWs150 Euro
Gesamtpreis1.052 Euro

Beispiel 2-Zimmer-Wohnung

Ein Paar zieht aus einer 2-Zimmer-Wohnung mit 60 Quadratmetern um, inklusive Schlafzimmermöbel, Couch, Esstisch und rund 20 Umzugskartons. Die Hilfe von drei Umzugsprofis ist nötig, ebenso wie ein mittelgroßer LKW.

KostenfaktorenKosten
Transport inklusive Ein- und Ausladen
(24 Kubikmeter x 25 Euro)
600 Euro
Umzugshelfer150 Euro
Entfernungskilometer300 Euro
Halteverbotszone in Hannover87 Euro
Halteverbotszone in Berlin75 Euro
An- und Abfahrt des LKWs150 Euro
Gesamtpreis1.362 Euro

Beispiel 3-Zimmer-Wohnung

Eine kleine Familie möchte mit ihren Möbeln aus drei Räumen, Küchenutensilien, Kinderzimmer und vielen Kartons aus ihrer 80-Quadratmeter-Wohnung ausziehen. Der Einsatz eines großen Transportfahrzeugs und von vier Umzugshelfern ist erforderlich. Zusätzlich fallen Arbeiten wie Demontage und Wiedermontage an, zusätzlich wird Verpackungsmaterial benötigt. 

Beispiel Einfamilienhaus

In diesem Fall zieht eine vierköpfige Familie um. Das Umzugsvolumen eines Einfamilienhauses beträgt in diesem Fall 50 Kubikmeter und umfasst Möbel aus mehreren Schlafzimmern, Wohnbereich, Küche, Keller sowie Gartenmöbel. Neben einem großen Möbelwagen werden mindestens vier Helfer benötigt. Zudem möchte die Familie die Entrümpelung des alten Kellers sowie das Einpacken durch das Unternehmen erledigen lassen. 

KostenfaktorenKosten
Transport inklusive Ein- und Ausladen
(32 Kubikmeter x 24 Euro)
768 Euro
Umzugshelfer180 Euro
Entfernungskilometer300 Euro
Halteverbotszone in Hannover87 Euro
Halteverbotszone in Berlin75 Euro
An- und Abfahrt des LKWs190 Euro
Ein- und Auspack-Service150 Euro
Verpackungsmaterial200 Euro
Gesamtpreis1.950 Euro
KostenfaktorenKosten
Transport inklusive Ein- und Ausladen
(50 Kubikmeter x 25 Euro)
1.250 Euro
Umzugshelfer200 Euro
Entfernungskilometer300 Euro
Halteverbotszone in Hannover87 Euro
Halteverbotszone in Berlin75 Euro
An- und Abfahrt des LKWs200 Euro
Verpackungsmaterial350 Euro
Montage der Küche und diverser Kleinmöbel600 Euro
Ein- und Auspack-Service200 Euro
Entrümpelung/Entsorgung (20 Quadratmeter zu je 25 Euro)500 Euro
Gesamtpreis3.762 Euro


Wie kann ich bei einer Umzugsfirma sparen?

  • selbst packen
  • Verpackungsmaterial günstig oder gebraucht kaufen
  • Möbelabbau selbst durchführen
  • Halteverbot beantragen 
  • Tragehilfe durch Freunde organisieren
  • Wochentage statt Wochenende für den Umzug einplanen
  • frühzeitig buchen
  • Volumen optimieren
  • mehrere Angebote einholen 
  • vor dem Umzug den Sperrmüll entsorgen

Was versteht man unter einem Full-Service-Umzug?

Bei einem Full-Service-Umzug übernimmt das Umzugsunternehmen vom Verpacken über das Demontieren der Möbel, bis zur Endreinigung sämtliche Arbeiten, die anfallen. Sie müssen sich um (fast) nichts kümmern. In der Regel müssen Sie nur dafür sorgen, dass der Zugang möglich ist und hinterher jemand abschließen kann.

Diese Leistungen sind in einem Full-Service-Umzug enthalten 

  • Vorab-Beratung und Planung
  • Bereitstellung und Packen des gesamten Umzugsguts
  • fachgerechter Abbau und Wiederaufbau der Möbel (inklusive Küche)
  • Organisation von Halteverboten
  • Transport inklusive Versicherung
  • Aufbau am Zielort
  • Entsorgung von Verpackungsmaterial
  • Maler- und Renovierungsarbeiten
  • Auf Wunsch: Endreinigung der alten Wohnung

Für wen lohnt sich der Full-Service?

  • Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen
  • vielbeschäftigte Berufstätige
  • Alleinstehende ohne Helfer
  • Senioren
  • Unternehmen bei Standortverlagerung
  • bei Umzügen, bei denen viele Möbel demontiert bzw. Lampen oder Küchenanschlüsse installiert werden müssen

Wie viel teurer ist ein Full-Service-Umzug im Vergleich zu Basis-Umzügen?

Ein Full-Service-Umzug ist in der Regel deutlich teurer als ein Basisumzug, je nach Umfang der gebuchten Leistungen kann der Preisunterschied zwischen 300 Euro und über 1.500 Euro liegen. Für kleinere Wohnungen bis circa 65 Quadratmeter beträgt der Aufpreis meist etwa 30 bis 50 Prozent gegenüber einem Standardumzug. Bei größeren Wohnungen oder besonders arbeitsintensiven Umzügen mit viel Einpackarbeit, empfindlichem Umzugsgut oder langen Transportwegen kann sich der Aufpreis sogar verdoppeln.

Was ist der Arbeitgeberzuschuss für Umzugskosten? 

Der Arbeitgeberzuschuss für Umzugskosten ist ein steuerlich begünstigter, freiwilliger oder bei Anweisung verpflichtender Zuschuss, der die finanziellen Belastungen eines beruflich bedingten Umzugs abfedert und nach den Vorgaben des Bundesumzugskostengesetzes ausgestaltet ist. 

Wann übernimmt der Arbeitgeber Umzugskosten?

Der Arbeitgeber zahlt oder unterstützt den Wohnwechsel in der Regel dann, wenn dieser für den Betrieb unabdingbar ist. Die Erstattung durch den Arbeitgeber ist meist eine freiwillige Leistung. Um die aus einem Umzug entstehenden Kosten erstattet zu bekommen, müssen aber auf jeden Fall entsprechende Voraussetzungen erfüllt werden:

  • neue Arbeitsstelle in einer anderen Stadt: Der Arbeitnehmer tritt eine neue Position an, für die ein Wohnortwechsel erforderlich ist. 
  • betriebsbedingter Standortwechsel: Wenn der bisherige Arbeitsplatz an einen anderen Ort verlegt wird und der Mitarbeiter mitzieht, übernimmt der Arbeitgeber meist die anfallenden Kosten.
  • Zeitersparnis beim Arbeitsweg: Ein Umzug kann auch dann als beruflich bedingt gelten, wenn sich dadurch der Arbeitsweg erheblich verkürzt, in der Regel gilt eine Ersparnis von mindestens einer Stunde Fahrzeit pro Tag als ausreichend.
  • Versetzung innerhalb des Unternehmens: Bei dienstlich veranlassten Versetzungen, zum Beispiel in eine andere Stadt oder Filiale, ist es üblich, dass der Arbeitgeber die Umzugskosten übernimmt oder einen Zuschuss gewährt.
GUT ZU WISSEN:
Auch bei einem beruflich bedingten Einsatz im Ausland kann der Arbeitgeber die Umzugskosten übernehmen. In vielen Fällen sind darin auch die Reisekosten, die Zwischenlagerung des Hausrats und eine Transportversicherung enthalten.

Welche Leistungen werden erstattet?

  • Kosten eines Umzugsunternehmens
  • Überbrückungskosten (z.B. Übernachtungskosten)
  • Anreisekosten
  • Transportversicherungen
  • Mietwagen
  • Zwischenlagerung von Möbeln und Hausrat

Lassen Sie sich die Zusage zur Kostenübernahme immer schriftlich geben und klären Sie am besten im Vorfeld, ob eine Direktabrechnung mit dem Umzugsunternehmen möglich ist.

Kann ich Umzugskosten steuerlich absetzen? 

Wenn ein Umzug aus beruflichen Gründen erfolgt, dürfen die tatsächlich entstandenen Umzugskosten in der Regel als Werbungskosten steuerlich abgesetzt werden und zwar bis zu den Höchstbeträgen, die auch nach dem Bundesumzugskostengesetz (BUKG) und der dazugehörigen Auslandsumzugskostenverordnung (AUV) vorgesehen sind. Dabei gibt es allerdings Ausnahmen: Pauschalen für bestimmte Umzugsposten (etwa nach §§ 19 und 21 AUV) sowie Maklergebühren beim Kauf von Wohneigentum sind nicht abziehbar. Außerdem sind die Verpflegungspauschalen nach dem Einkommensteuergesetz (§ 9 Abs. 4a EStG) zu beachten. Wenn die Umzugskosten im Rahmen der gesetzlich vorgesehenen Obergrenzen bleiben, wird nicht weiter geprüft, ob es sich wirklich um Werbungskosten handelt. Es wird pauschal davon ausgegangen. Einschränkungen, die nur für Beamte gelten (wie z. B. § 13 Abs. 2 Nr. 4 BUKG), spielen für Arbeitnehmer bei der Steuer keine Rolle. Auch wenn ein Arbeitnehmer aus dem Ausland nach Deutschland zieht, können seine Umzugskosten steuerlich angesetzt werden. Dabei orientiert sich das Finanzamt an den Pauschbeträgen, die für vergleichbare Umzüge von Beamten gelten (§ 18 AUV). Anders als in manchen anderen Fällen werden diese Beträge nicht gekürzt.

Wer nachweist, dass die tatsächlichen Umzugskosten über den Pauschalen liegen, kann auch diese höheren Beträge ansetzen. Allerdings prüft das Finanzamt dann im Detail, ob es sich tatsächlich um berufsbedingte Kosten handelt oder um private Ausgaben, die steuerlich nicht absetzbar sind, zum Beispiel beim Kauf neuer Möbel. Statt der Pauschalen nach § 10 BUKG können also auch die nachgewiesenen Einzelausgaben geltend gemacht werden. Wichtig: Wurde der Umzug ganz oder teilweise vom Arbeitgeber steuerfrei erstattet, dürfen diese Kosten nicht zusätzlich als Werbungskosten angesetzt werden. Zahlt der Arbeitgeber die Umzugskosten, ist diese Erstattung steuerfrei, sofern sie die Grenzen für Werbungskosten nicht übersteigt. Damit das Finanzamt das anerkennt, muss der Arbeitnehmer seinem Arbeitgeber entsprechende Belege und Nachweise vorlegen, also zum Beispiel Rechnungen oder Quittungen. Der Arbeitgeber ist verpflichtet, diese Nachweise mit den Lohnunterlagen aufzubewahren.

SCHON GEWUSST?
Benötigen Ihre Kinder am neuen Wohnort zusätzlichen Unterricht aufgrund des Umzugs, können Sie auch diese Kosten als Werbungskosten von der Steuer absetzen. Der Höchstbetrag für die Anerkennung umzugsbedingter Unterrichtskosten beträgt seit 1. März 2024 maximal 1.286 Euro.

Kann ich private Umzugskosten von der Steuer absetzen?

Leistungen im Haushalt wie das Tragen, die Möbelmontage oder den Transport können Sie im Rahmen der haushaltsnahen Dienstleistungen (§ 35a Abs. 2 EStG) absetzen. Hierbei sind 20 Prozent der Arbeitskosten (maximal 4.000 Euro im Jahr) möglich. Abgesetzt werden können allerdings nur die reinen Arbeitskosten. Achten Sie darauf, dass im Angebot Lohnkosten und Materialkosten getrennt aufgeführt sind, denn nur dann erkennt das Finanzamt die Aufwendungen an.

Für bestimmte sonstige Umzugskosten wie die Gebühr fürs Ummelden oder das neue KfZ-Kennzeichen ist es nicht erforderlich, Einzelnachweise wie Quittungen oder Rechnungen vorzulegen. Stattdessen kann eine pauschale steuerliche Erstattung in Anspruch genommen werden. Die Höhe dieser Umzugskostenpauschale wird regelmäßig durch das Bundesfinanzministerium angepasst. Seit dem 1. März 2024 beträgt die Pauschale 964 Euro pro umziehender berechtigter Person. Für jede weitere Person, die gemeinsam mit umzieht, etwa Familienangehörige, erhöht sich dieser Betrag um 643 Euro. Personen, die vor dem Umzug noch keinen eigenen Haushalt geführt haben, können eine reduzierte Pauschale in Höhe von 193 Euro geltend machen.

Woran erkenne ich ein gutes Umzugsunternehmen?

  • transparente Angebote
  • ausreichende Versicherungen
  • qualifiziertes Personal
  • nachprüfbare Referenzen 
  • schriftliches Angebot (mit der genauen Bezeichnung aller Leistungen, Preisgestaltung, Angaben zur Haftung und Versicherung)
  • Vor-Ort-Besichtigung oder präziser Online-Fragebogen
  • klare Angaben zu Versicherungsschutz und Haftung
  • Betriebshaftpflicht vorhanden
  • gute Bewertungen auf neutralen Portalen
  • Mitgliedschaft bei AMÖ (Bundesverband Möbelspedition und Logistik e.V.) oder TÜV-Zertifizierung

Wie erkenne ich eine unseriöse Umzugsfirma? 

  • vage oder telefonisch vereinbarte Pauschalpreise ohne Besichtigung
  • keine Geschäftsadresse oder fehlendes Impressum
  • Vorauszahlung ohne Vertrag
  • mangelhafte Kommunikation
  • aggressive Preisverhandlungen

Unseriöse Umzugsfirmen bieten ihre Dienste häufig auf Handzetteln im Briefkasten an oder schalten Anzeigen in kostenlosen Werbeblättern. Am besten holen Sie mehrere Umzugsangebote ein und vergleichen nicht nur die Preise, sondern zum Beispiel auch die Referenzen. 



Diese 5 Dinge sollten Sie beachten 

  1. Je nach Stadt oder Gemeinde können die Preise für Halteverbotszonen, Parkgenehmigungen oder Sondernutzungen des öffentlichen Raums stark variieren. Es lohnt sich, dies frühzeitig zu klären.
  2. Prüfen Sie vorab, ob auch Schäden durch Dritte oder beim Be- und Entladen auf der Straße mitversichert sind oder schließen Sie gegebenenfalls eine separate Transportversicherung ab.
  3. Unerwartete Ereignisse wie Erkrankung oder Verzögerungen können den Umzugstermin beeinflussen. Seriöse Anbieter bieten klare Regelungen für Umbuchungen oder Stornierungen.
  4. Ein Umzug bedeutet oft einen sehr langen Tag. Denken Sie deshalb auch an ausreichende Verpflegung für alle Helfer und die Umzugsfirma.
  5. Wichtige Dokumente wie Ausweise, Verträge, medizinische Unterlagen oder Datenträger sollten nicht im Umzugswagen landen. Packen Sie sie in eine separate, stets zugängliche Tasche, so sind sie vor Verlust oder Beschädigung geschützt.

Fazit 

Ein professionell durchgeführter Umzug bietet Sicherheit, Effizienz und Komfort, kostet aber je nach Umfang auch deutlich mehr als ein Do-it-yourself-Umzug. Wer clever plant, gezielt Leistungen auswählt und mehrere Angebote vergleicht, kann trotzdem Geld sparen, ohne auf Qualität zu verzichten. Besonders bei beruflichen, gesundheitlichen oder zeitlichen Einschränkungen lohnt sich der Einsatz eines Umzugsunternehmens. Ob Basisumzug oder Full-Service: Wer rechtzeitig bucht und sich informiert, zieht entspannter um. Zusätzlich sollten wichtige Faktoren wie die Versicherungsabdeckung, die Erfahrung des Unternehmens und die Verfügbarkeit zum gewünschten Termin in die Entscheidung einfließen. Ein seriöses Umzugsunternehmen wird immer eine Besichtigung vor Ort anbieten und ein detailliertes, schriftliches Angebot erstellen. Versteckte Kosten lassen sich durch transparente Kommunikation und klare Vertragsvereinbarungen vermeiden. Letztendlich ist ein professioneller Umzug eine Investition in die Gelassenheit, denn die eingesparte Zeit und reduzierte Belastung rechtfertigen oft die Mehrkosten. Wer die verschiedenen Optionen sorgfältig abwägt und das passende Leistungspaket wählt, kann seinen Umzug zu einem positiven Erlebnis machen, anstatt ihn als stressige Herausforderung zu erleben.

Umzugsunternehmen Kosten: Häufig gestellte Fragen 

Wie berechnen Umzugsunternehmen ihre Preise?

Die meisten Anbieter kalkulieren ihre Preise pauschal oder pro Stunde. Ebenso ist ein Mix zwischen diesen Varianten möglich, sodass zum Beispiel die Anfahrt und die Helfer pauschal abgerechnet werden, jedoch Entfernungskilometer oder Verpackungsmaterial nach Abhängigkeit.

Wie lange im Voraus sollte ich ein Umzugsunternehmen buchen? 

Idealerweise sollten Sie vier bis sechs Wochen vor dem geplanten Umzugstermin ein Unternehmen beauftragen. In der Hochsaison (Frühjahr, Sommer, Monatswechsel) empfiehlt sich eine noch längere Vorlaufzeit von bis zu acht Wochen. Gut ist, wenn Sie bereits wissen, wie viele Kartons Sie brauchen, damit das Umzugsunternehmen so genau wie möglich kalkulieren kann. Auf diese Weise sichern Sie sich nicht nur bessere Preise, sondern auch die Verfügbarkeit der besten Anbieter. Kurzfristige Buchungen sind möglich, aber meist teurer und mit geringerer Auswahl verbunden. 

Muss ich beim Umzug selbst anwesend sein?

Es ist empfehlenswert, dass mindestens eine verantwortliche Person vor Ort ist, um letzte Fragen zu klären, Zugang zur Wohnung zu ermöglichen und bei Rückfragen direkt zu reagieren. Alternativ kann auch eine bevollmächtigte Person anwesend sein. Besonders beim Be- und Entladen sowie der Endkontrolle ist Ihre Anwesenheit hilfreich, um spätere Reklamationen zu vermeiden.

Was passiert, wenn der Umzug länger dauert als geplant?

Bei Pauschalverträgen bleibt der Preis in der Regel stabil, auch wenn es zu Verzögerungen kommt. Wird hingegen nach Stunden abgerechnet, steigen die Kosten entsprechend. Klären Sie vorab, ob zusätzliche Stunden schriftlich genehmigt werden müssen oder automatisch berechnet werden. Vermeiden Sie Missverständnisse, indem Sie genaue Zeitfenster und Zuständigkeiten im Vertrag festhalten.

Sind Trinkgelder für Umzugshelfer üblich?

Trinkgeld ist nicht verpflichtend, wird aber als Anerkennung für gute Arbeit gern gesehen. Auch kleine Aufmerksamkeiten wie Snacks oder Getränke am Umzugstag kommen gut an und fördern eine positive Arbeitsatmosphäre.

Über unsere*n Autor*in
Simone Blaß
Simone studierte Germanistik, Psychologie und Soziologie und absolvierte danach ein Volontariat bei einem lokalen Fernsehsender. Nach Zwischenstationen beim Radio und in einer PR-Agentur arbeitete sie viele Jahre als freiberufliche Redakteurin für Online-Portale und Agenturen.